Sie sind hier

Ich esse höchstens zweimal in der Woche Fleisch

Colonne droite

Ich esse höchstens zweimal in der Woche Fleisch

Um ein Kilo Rindfleisch herzustellen braucht es :

  • Rund 10 Kilo Futter.
  • Das bedeutet einen hohen Verbrauch an Erdöl. Sowohl für den Betrieb von Traktoren, wie zur Herstellung von Dünger und Pflanzenschutzmitteln muss fossile Energie verbrannt werden.

Aber der Ölverbrauch ist nicht das einzige Problem der Fleischproduktion. Auch die Rülpser und Fürze der Kühe schaden dem Klima. Weil das Gras in ihrem Verdauungssystem fermentiert wird, stossen Wiederkäuer Methan aus. Und ihre Darmentleerungen entwickeln ebenfalls von diesem starken Treibhausgas. Hühner- und Schweinfleisch ist deshalb weniger schädlich fürs Klima als jenes der Wiederkäuer Rind und Schaf.

Kategorie: 
Ernährung

Ein paar aufschlussreiche Zahlen

Die Produktion eines Kilos Kalbfleisch verursacht gleich viel Treibhausgas wie eine Fahrt von rund 220 Kilometern im Auto.

Ein Kilo Rindfleisch verursacht 50 bis 100 Mal mehr Treibhausgas als ein Kilo Getreide.

Was kann ich persönlich fürs Klima tun ?

Ein gutes Stück Fleisch ist ein Vergnügen für den Gaumen und liefert dem Körper wertvolle Proteine. Doch wie Paracelsus sagt: „Es kommt auf die Dosis an.“ Die Europäer essen im Schnitt doppelt so viele Lebensmittel aus Viehhaltung wie medizinisch empfohlen. Fleisch- und Milchprodukte sind reich an gesättigten Fettsäuren, die Herz-Kreislauf-Krankheiten begünstigen. Krankheiten wie Arteriosklerose, Bluthochdruck, Herzinfarkt und insuffizienz entwickeln sich in unserer Gesellschaft zu Volkskrankheiten.

Wer seinen Fleischkonsum reduziert, ernährt sich nicht nur gesünder, sondern kann auch Geld sparen. Fleischprodukte sind teuer; wer häufiger darauf verzichtet, kann sich umso mehr Früchte und Bioprodukte aus der Region kaufen.

Weniger Fleisch essen ist auch eine Form von Solidarität: Damit auf der Erde 9 Milliarden Menschen gut ernährt leben können, müssen sich die reichen Länder beim Fleischkonsum zurückhalten. Die Produktion von Viehfutter verschlingt bereits einen Anteil von 38 Prozent der weltweiten Getreideproduktion. Und sie verbraucht gigantische Mengen Wasser: Um ein Kilo Kartoffeln anzubauen, reichen 500 Liter. Doch um ein Kilo Rindfleisch zu produzieren, braucht es 20 000 bis 100 000 Liter Wasser, wenn das Futter aus bewässertem Getreideanbau stammt.

Diese Massnahme will nicht etwa nahelegen, ganz auf die Viehhaltung zu verzichten. Die Kühe liefern der Biolandwirtschaft das organische Material, um die Böden zu düngen, und sorgen auf gemischten Ackerbau- und Viehzuchtbetrieben für einen geschlossenen Produktionszyklus. Die Haltung von Wiederkäuern erlaubt es, Nebenprodukte zu nutzen, die sonst kaum anders verwertet werden könnten. Und in den Berggebieten stellt die Viehzucht gar die einzige mögliche Form der Landwirtschaft dar. Deshalb noch einmal: alles ist eine Frage des Masses.

Ersatz für Fleisch

Es gibt eine Vielzahl von Möglichkeiten, das Fleisch auf dem Teller zu ersetzen :

  • Zu den pflanzlichen Alternativen zählen Hülsenfrüchte (Linsen, Erbsen, Dörrbohnen, Soja …) und Getreide. Ölpflanzen (Baumnüsse, Haselnüsse, Mandeln …) sind sehr gute Proteinergänzungen.
  • Ziehen Sie bei den proteinreichen Nahrungsmitteln Produkte vor, die in der Schweiz produziert oder zumindest nicht auf dem Luftweg transportiert wurden. Vorsicht ist bei Soja geboten: Es wird teilweise von weit her importiert und stellt eine der wichtigsten Ursachen der Abholzung in Südamerika dar. Zudem sind viele der heute angebauten Sorten genverändert.
  • Eine gute Proteinquelle sind auch Eier, die viele unentbehrliche Nährstoffe enthalten.
  • Wählen Sie Vollkorngetreide, das mehr Vitamine, Proteine und Mineralstoffe enthält als verarbeitetes.
  • Wenn Sie Fleisch essen, dann vor allem von Nichtwiederkäuern wie Huhn und Schwein, möglichst aus der Region und von einem Biohof.
  • Fisch stellt eine Alternative zu Rind und Kalb dar, sollte aber mit Mässigung konsumiert werden. Achten Sie darauf, möglichst keine überfischten Arten zu kaufen.

 

Der Käse und das CO2

Die Überlegungen zu den negativen Auswirkungen des Fleischkonsums gelten für alle Produkte, die aus der Viehhaltung stammen, Käse inbegriffen. Die Herstellung von Käse verlangt viel Milch. Um Milch zu produzieren, braucht es jedes Jahr eine Kuh und ein Kalb. Der Konsum eines Kilos Käse entspricht der CO2-Belastung einer Autofahrt von 60 Kilometern. Damit ist Käse weniger klimaschädlich als Kalb und Rind, aber schädlicher der Konsum von Schweine- und Hühnerfleisch.

Auch aus Ernährungssicht ist es fast immer sinnvoll, den Konsum von Käse (und damit von Fetten) einzuschränken.

Ein Kilo Weichkäse verursacht weniger CO2-Emissionen als ein Kilo Hartkäse. Im Allgemeinen gilt: Je fetthaltiger ein Käse, desto mehr CO2 entsteht bei seiner Herstellung.

Gute Adressen

Swissveg : bietet einen guten Einstieg in die Ernährung mit weniger Fleisch, ausführliche Hintergrundinformationen und leckere Rezepte.

Der Fischführer des WWF